Tamil Nadu: Pon Idhayam Ausbildungszentrum
Ausbildung statt Kinderarbeit Zwischen 30.000 und 50.000 Kinder arbeiten vor allem in Streichholz- oder Feuerwerksfabriken im südindischen Distrikt Virudhunagar. Die Arbeitsbedingungen sind so schlecht wie es für uns kaum vorstellbar ist. Sie sitzen oft stundenlang in ungesunder Haltung in schlecht beleuchteten und belüfteten Räumen, arbeiten bis zu 12 Stunden und verrichten jeden Tag die immer gleichen Handbewegungen. Seit 2003 Unterstützt die Andheri-Hilfe die Arbeit der Madurai Social Service Society (MMSSS) bei Aruppukottai in Virudhunagar, Tamil Nadu. Dieser Partner hat sich zum Ziel gesetzt, Kinderarbeitern und Schulabbrechern eine Ausbildungsmöglichkeit zu bieten. In diesem Rahmen entstand das Projekt Pon Idhayam Industrial School. Diese Schule soll Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren eine Chance zur Eingliederung in die Arbeitswelt und in das soziale Leben geben. Dabei stehen ihnen ausgewählte Lehrer, Mitarbeiter und zahlreiche freiwillige Helfer zur Seite. Die zurzeit vier bestehenden Kurse richten sich sowohl an Mädchen und Jungen. Ziel ist es jedes Jahr, 100 Studenten in den Bereichen Technik, Mechanik und Bürotätigkeiten auszubilden. Des Weiteren sorgen in Vollzeit angestellte Lehrer für eine gezielte Förderung von langsamen Studenten. Praktische Erfahrungen können die Mädchen und Jungen beispielsweise während eines 15-tägigen Praktikums machen. Die Studenten der Pon Idhayam Industrial School stammen aus ärmlichsten Verhältnissen und verspüren oftmals Aggressivität und Hoffnungslosigkeit. Die Schule soll ihnen eine optimale Vorbereitung für ihr zukünftiges Leben bieten und das auf allen Ebenen. Deshalb richten sich die Angebote nicht nur nach beruflichen Qualifikationen, sondern auch soziale Fähigkeiten, wie beispielsweise Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit und Eigenverantwortlichkeit sollen während der dreijährigen Ausbildungsphase vermittelt werden. Nicht nur die Studenten selbst erfahren so einen positiven Entwicklungsprozess auch die Beziehungen zur Gemeinschaft und zu den Eltern werden Schritt für Schritt verbessert. Regelmäßige Treffen mit Lehrern, Studenten, möglichen Arbeitgebern und Eltern sollen die ständige Weiterentwicklung dieses Projekts sicher stellen. In Zusammenarbeit mit der Andheri-Hilfe wird die nötige Unterstützung geleistet um Computer, Drehbänke und weiteres Equipment bereit zu stellen. Auch die gesundheitlichen Aspekte sollen in dieser Schule beachtet werden. Die Studenten werden dreimal täglich mit reichhaltigen Mahlzeiten versorgt. Des Weiteren wurde zur sicheren Wasserversorgung eine Osmosis Pflanze gepflanzt, welche 500 Liter pro Stunde liefert. Die gesamten Prozesse der Schule stehen unter ständiger Kontrolle der MMSSS sowie der State Council for Vocational Training (SCVT). Bei erfolgreichem Bestehen der Ausbildung erhalten die Studenten ein offizielles Zertifikat, welches sie für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Nach Beendigung dieser Phase soll den Studenten auch aktive Hilfe bei der Suche einer Arbeit geboten werden, um dadurch ein erfolgreiche Integration in die Gesellschaft zu gewährleisten. Durch gezielte Lobbyarbeit und Netzwerkbildung in der Umgebung soll das Projekt so schnell wie möglich unabhängig von der Andheri-Hilfe werden. Die Mobilisierung von einheimischen Sponsoren und Spendern spielt dabei eine wesentliche Rolle. Somit wird die Gesellschaft vor Ort nachhaltig in den gesamten Entwicklungsprozess mit einbezogen. Aus diesem Grund findet eine jährliche Abnahme des finanziellen Beitrags der Andheri-Hilfe statt.
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