Tamil Nadu: Rehabilitation von HIV infizierten und AIDS kranken Frauen und Kindern
Opfer der Krankheit AIDS werden gesellschaftlich diskriminiert, verlieren ihre Arbeit und werden von der Familie verstoßen. Sie müssen betteln oder landen in der Prostitution. Kinder AIDS-kranker Frauen werden der Schule verwiesen, enden als Straßenkinder oder Kinderarbeiter. Der indische Staat hat sich verpflichtet, die Ausbreitung von HIV/AIDS bis 2015 zum Stillstand zu bringen (Millenniumentwicklungsziele-Kampagne). Es existieren deshalb viele Regierungsprogramme, die die Zielgruppe jedoch leider nicht erreichen. Hier setzt das von uns unterstützte Projekt an. Unser Partner "Society for Serving Humanity" in Tamil Nadu möchte die Regierungsprogramme zu den Menschen bringen, so dass sie diese auch nutzen können. So wird z.B. kostenlose medizinische Versorgung zur Verfügung gestellt. Die Infizierten haben sich aber bislang gescheut, diese Hilfe anzunehmen. Sie wollten lieber anonym bleiben, um Diskriminierung zu vermeiden. Über Aufklärungsarbeit und Selbsthilfegruppen schafft der Partner es nun, dass diese Frauen offen über ihre Probleme reden und Hilfe annehmen. Diese Selbsthilfegruppen bestehen aus nicht infizierten und infizierten Frauen. So wird auch die Diskriminierung abgebaut. Diese Frauen bilden ein Netzwerk und unterstützen sich gegenseitig. Über diese Netzwerke kann sich ein System der Selbsthilfe etablieren. Freiwillige Helfer tun sich zusammen, Transportmöglichkeiten für Kranke werden organisiert und administrative Voraussetzungen geschaffen. Dieses System ist ein Garant für die Nachhaltigkeit des Projektes. Außerdem wird viel Lobbyarbeit betrieben, denn wenden sich die Frauen mit ihrem Problemen an die Öffentlichkeit, so kann das Problem nicht länger verschwiegen und geleugnet werden. Die Frauen werden darin unterstützt, eigene kleine Unternehmen zu gründen (kleine Nähwerkstatt, kleiner Teeladen o.ä.). So können sie für ihren eigenen Unterhalt aufkommen und müssen nicht betteln oder Geld durch Prostitution verdienen. Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, über den Abbau von Vorurteilen, die Reintegration in die Familien und die Gesellschaft zu ermöglichen. Wenn die HIV Infizierten erkranken sollten, wäre so eine Pflege Zuhause, im gewohnten sozialen Umfeld, möglich. Die pflegenden Angehörigen sowie alle freiwilligen Helfer erhalten eine medizinische Grundausbildung und werden regelmäßig fortgebildet. Die Kinder treffen sich in Selbsthilfegruppen und sprechen darüber, wie es ist, eine an AIDS erkrankte Mutter zu haben oder selbst an AIDS erkrankt zu sein. Gleichzeitig werden sie aber auch motiviert, gegen die Diskriminierung anzukämpfen und etwas für ihre Zukunft zu tun. Denn HIV/AIDS ist kein Todesurteil. Über die Arbeit mit anderen Eltern und Lehrern werden Vorurteile abgebaut und die Kinder können wieder am Schulalltag teilnehmen.
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